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Ein Filmabend an der Uni. Auf dem Programm: Der Staat gegen Fritz Bauer
Ein Filmabend an der Uni. Auf dem Programm: Der Staat gegen Fritz Bauer
Zu Beginn des Wintersemester 2025/26 hat Students Remember einen Film über Fritz Bauer und seinen mühsamen Kampf um die Verhaftung und Verurteilung Adolf Eichmanns gezeigt. Fritz Bauer, einer der bedeutendsten Juristen der Nachkriegszeit, war aufgrund seines politischen Engagements für die Sozialdemokratie 1933 einige Monate in KZs inhaftiert. Er gilt als zentraler Initiator des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, durch den die Deutschen zum ersten Mal eingehend mit dem Völkermord an den europäischen Juden konfrontiert wurden.
In den fünfziger Jahren wurde Bauer Generalstaatsanwalt in Hessen und setzte sich entgegen dem Zeitgeist intensiv dafür ein, NS-Verbrechen aufzuklären und die Täter vor Gericht zu bringen. Der Spielfilm thematisiert insbesondere seinen entscheidenden Beitrag zur Ergreifung Adolf Eichmanns, dem Organisator der Deportationen in die Vernichtungslager: die Weitergabe eines Hinweises über dessen Aufenthaltsort an den israelischen Geheimdienst Mossad. Eichmann wurde nach seiner Verhaftung in Argentinien in Israel der Prozess gemacht. Besonders beeindruckend ist Bauers Verdienst vor dem Hintergrund des massiven Gegenwindes aus Politik und Justiz. Er selbst sagte, wenn er sein Dienstzimmer verlasse, betrete er feindliches Ausland.
„Nichts gehört der Vergangenheit an, alles ist noch Gegenwart und kann wieder Zukunft werden“ – Fritz Bauer
Für die über 70 Gäste, überwiegend Jurastudierende im ersten Semester, war dieser Film eine besonders wichtige Bereicherung: angehende Juristinnen und Juristen kann Fritz Bauer nur als Vorbild dienen, sich der Aufgabe, der Rechtsstaatlichkeit und Demokratie zu dienen zu stellen, und der Verantwortung bewusst zu sein, für die zukünftige Rechtsanwendung und -gestaltung einen moralischen Kompass zu entwickeln.
Den Abend haben wir bei guten Gesprächen gemeinsam in einer Bar ausklingen lassen.

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